Sieg beim 24-Stunden-MTB-Rennen am Nürburgring – 7./8.09.2013

Bei widrigsten Wetterbedingungen konnte sich das VC-Racingteam beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring den Gesamtsieg der Viererteams sichern. Die bewährte Formation, die bereits im Juni den Weltmeistertitel im 12-Stunden-Mountainbikerennen eingefahren hatte, ließ sich auch von der „Grünen Hölle“ und einem nächtlichen Unwetter nicht vom Siegeskurs abbringen.

Als die Fahrer des VC-Racingteams am Samstagmorgen die Strecke besichtigten, sah noch alles nach einem angenehmen Rennen bei trockenen Bedingungen auf einer für ein Mehrstundenrennen recht anspruchsvollen Strecke aus. Doch der Blick auf das Regenradar verriet spätestens am Nachmittag, dass der Nürburgring, auch bekannt als die „Grüne Hölle“, es den Fahrern nicht leicht machen würde.

Das VC-Racingteam trat mit zwei Viererteams zum Rennen an der legendären Rennstrecke an. Für Team 1, bestehend aus Maximian Eitler, Felix Reidelbach, Frederik Böhm und Stefan Seyfried, konnte das Ziel nach dem 12-Stunden-Weltmeistertitel nur lauten, auch dieses Rennen zu gewinnen. Für Team 2 um Tibor Spiecker, Rainer Beck, Jan Schneider und Maximilian Klug war ein Platz in den Top 10 angepeilt.

Als erste Fahrer gingen Jan Schneider und Maximilan Eitler auf den etwa 8 km langen Rundkurs, der ungefähr zur Hälfte auf dem Areal der Grand Prix Strecke auf Asphalt verlief und zur Hälfte im Gelände rund um die Nürburg. Da das Team aus dem Fehler von Weilheim gelernt hatte, entschieden sich beide Teams zunächst nach jeder Runde anstatt nach zwei Runden zu wechseln, um das Renngeschehen von Beginn an bestimmen zu können. Die Taktik ging bereits in der ersten Runde voll auf, als Maximilian Eitler als Einziger lange Zeit das Hinterrad von Mountainbikeprofi Tim Böhme, der in einem Achterteam unterwegs war, halten konnte. Damit waren die ersten Verfolger bereits um einige Sekunden distanziert. Auch Team zwei lag zu diesem Zeitpunkt mit Platz sechs sogar besser als erwartet im Rennen.

Beide Teams blieben für die ersten vier Rennstunden bei der Einrundenstrategie und konnten ihre Positionen festigen. Mit fast konstanten Rundenzeiten konnte Team 1 den Vorsprung bis zum Abend auch während eines ersten Schauers bis auf fünf Minuten ausbauen. Doch der schwere Teil des Rennens sollte noch bevorstehen.
Ausgerechnet für die Nacht waren schwere Regenfälle und Gewitter angekündigt. Um sich besser von den Strapazen auf der Rennstrecke erholen zu können stellten daher beide Teams auf eine Zweirundenstrategie um. Zusätzlich erschwerte jetzt auch dichter Nebel die schnelle und schmale Abfahrt von der Nürburg. Die Sichtweiten sanken in der Nacht teilweise unter fünf Meter, sodass die Fahrer teilweise auf gerader Strecke abbremsen mussten, da nicht mehr erkennbar war, wie weit die nächste Kurve noch entfernt war. Trotzdem bemerkten die Fahrer zweimal erst beim Überfahren eines Flatterbandes, dass sie nun wohl die eigentlich bestens bekannte Strecke verlassen hatten.
Dennoch konnte Team 1 den Vorsprung immer zwischen drei und fünf Minuten halten. Aber der dichte Nebel sollte nicht genug sein: Ab vier Uhr begannen sinnflutartige Regenfälle, die die Abfahrten zu einer Rutschpartie im Blindflug machten. Der Anstieg auf den letzten Metern der Nordschleife wurde zu einem entgegenrauschenden Bach und die Geschwindigkeiten auf der flachen Zielgeraden sanken durch das auf Strecke stehende Wasser und Gegenwind plötzlich um zehn Kilometer pro Stunde.
Trotzdem wurde das Rennen zunächst fortgesetzt. Erst gegen fünf Uhr zeigte sich Stefan Seyfried während seiner Runde das Bild, das er schon vom 24-Stunden-Rennen am Alfsee kannte: Die schwarz-weiß-karierte Flagge bereits mitten in der Nacht, was den Rennabbruch bis zum Sonnenaufgang bedeutete. Nach 15 Stunden lag Team 1 mit hart erarbeiteten drei Minuten Vorsprung in Führung. Auch Team 2 lag mit Platz neun voll im Soll.
Nun hieß es für alle Fahrer, schnell die völlig durchnässten Radklamotten gegen trockene Bekleidung zu tauschen und nach einer kleinen Mahlzeit bis zum Start des zweiten Rennabschnitts um 8:30 Uhr etwas Schlaf für die letzten und entscheidenden Rennstunden zu bekommen.
Da kein Ende des Regens in Sicht war, entschied die Rennleitung, die beiden nicht mehr befahrbaren Singletrails aus der Strecke zu nehmen, sodass ein äußerst schneller Kurs mit etwa 90% Asphaltanteil entstand. Team 1 entschied sich für die bewährte Starttaktik vom Vortag. Nachdem ein Fahrer mit Magenschmerzen ausgefallen war, fuhren die drei verbliebenen Fahrer zunächst jeweils nur eine Runde. Auch von dem vorübergehenden Ausfall eines Fahrers wollten sie sich keinesfalls vom Siegeskurs abbringen lassen, sondern durch noch größeren Einsatz und Zusammenhalt im Team den am Vortag gemeinsam erarbeiteten Vorsprung halten.
Wieder gelang es Maximilian Eitler in der ersten Runde die Konkurrenz zu distanzieren. Da der Kurs nun fast flach und sehr schnell war, kam es von nun an auf ein Element an, das man sonst vornehmlich aus dem Straßenradsport kennt: Taktisches Windschattenfahren. Da die Fahrer bereits am Vortag festgestellt hatten, dass die meisten Rennradfahrer des parallel auf der Nordschleife und Teilen der Mountainbikestrecke auf der Gran-Prix-Strecke stattfindenden 24-Stunden-Straßenrennens nicht als Lokomotive, sondern höchstens als Anhänger auf der einen Kilometer langen Zielgeraden zu gebrauchen waren, mussten sich andere Partner finden.
Diese waren schnell gefunden. Das Focus Rapiro Racingteam, das sein Lager in der Nähe des VC-Racingteams aufgeschlagen hatte und im Rennen der Achterteams uneinholbar in Führung lag, war bereit mit dem im Rennen der Viererteams führenden Darmstädter Team 1 zusammenzuarbeiten. Damit ging es in den verbleibenden viereinhalb Stunden in so hohem Tempo um die Rennstrecke, dass der Vorsprung auf die ersten Verfolger, die dahinter ebenfalls mit zwei weiteren Teams zusammen um die Rennstrecke kreiselten, stetig auf letztlich zehn Minuten anwuchs. Auf diese Weise konnte Team 1 dem Sieg, am Ende auch wieder in vollständiger Besetzung, souveräner als nach dem engen Kampf im ersten Abschnitt erwartet entgegenfahren und den verdienten Applaus der Zuschauer bei der Zieleinfahrt voll auskosten. Team 2 konnte den guten neunten Platz halten und ereichte damit in der Altersklasse Masters 1 den vierten Platz, sodass im Zielbereich nach den Anstrengungen der vergangenen 24 Stunden nur zufriedene Gesichter zu finden waren.

Mit diesem Ergebnis setzte das VC-Racingteam die Erfolgsserie bei Mehrstundenrennen fort. Obwohl die Fahrer erst seit diesem Jahr bei Rennen dieser Art an den Start gehen, stehen mit dem vierten Platz bei der Deutschen Meisterschaft im 24-Stunden-Mountainbike-Rennen, dem Weltmeistertitel im 12-Stunden-Mountainbikerennen und dem Erfolg am Nürburgring bereits sehr beachtliche Ergebnisse zu Buche.

Ein besonderer Dank geht an die großartigen Betreuer Conny Beck, Paul Auerbach und Markus Müller, die während des gesamten Wochenendes Tag und Nacht für die Fahrer und deren Material zur Verfügung standen. Ohne sie wären die Erfolge nicht möglich gewesen und ihre Hilfe ist auch in Zukunft unverzichtbar – denn im nächsten Jahr stehen zwei Titelverteidigungen und ein Angriff auf das Podest am Alfsee an.

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