Schinderhannes MTB-Marathon

Emmelshausen. Strömender Regen bei 7°C oder kurz: Die Bedingungen, die man in der MTB-Szene nur noch ehrfürchtig „Schinderhannes-Wetter“ nennt. Dennoch hatten sich um 8:30 Uhr etwa 70 Fahrer am Start eingefunden, um die Quälerei von 96km mit 2300hm auf der Langstrecke beim Schinderhannes-MTB-Marathon auf sich zu nehmen. Auch das VC-Racingteam war mit Stefan Seyfried in dieser Gruppe verteten.

Auf die Teilnehmer wartete durch die ergiebigen Regenfälle in den Tagen zuvor eine für Mensch und Material äußerst anspruchsvolle Marathonstrecke. Auch deshalb entschied sich Stefan bei seinem ersten Start auf der Langstrecke, das Rennen bewusst mit gemäßigtem Tempo anzugehen und so fand er sich bald nach dem Start aus der letzten Reihe an Position 20 wieder. Trotz des verhaltenen Anfangstempos führte er direkt nach der Einführungsrunde eine kleine Gruppe in die erste Abfahrt. Bereits hier wurde klar, dass der Schlamm die Strecke nicht nur langsam, sondern auch technisch anspruchsvoll gemacht hatte. Und als ob das nicht genug wäre, hatten die Fahrer mit starken Sichtproblemen zu kämpfen, da die Radbrillen sofort beschlagen waren. Auch ein Absetzen der Brille stellte keine deutliche Verbesserung dar, da von nun an der Schlamm direkt in die Augen geschleudert wurde, sodass manche Abfahrt zum unkontrollierten Blindflug wurde.

Da zunächst kein anderer Fahrer die Führungsarbeit leisten wollte oder konnte, bestimmte Stefan weiterhin gleichmäßig das Tempo und hatte die Gruppe nach 15km auf drei Fahrer dezimiert. Als er kurz darauf in einer Abfahrt den Anschluss an einen der Fahrer verloren hatte, begannen 70 einsame Kilometer bis zum Ziel, in der er nur noch einen einzigen Konkurrenten gelegentlich zu Gesicht bekam. Mal war er es der am Berg davonzog, mal konnte Stefan sich leicht absetzen, doch in den Abfahrten konnte Stefan trotz vorsichtiger Fahrweise immer am Rand eines Sturzes eine bestehende Lücke immer wieder schließen. Als die Langstreckler dann wieder auf die später gestarteten Fahrer der kürzeren Strecken aufliefen, wurde das Rennen noch schwerer, da die Strecke nun von etwa 500 Fahrern so aufgeweicht war, dass manche Anstiege nur noch zu Fuß zu bewältigen waren. Auch die Technik versagte zunehmend ihren Dienst. Während der Umwerfer noch sporadisch arbeitete, musste Stefan für das wechseln auf ein kleineres Ritzel ab Rennkilometer 40 jedes Mal das Hinterrad anlupfen, damit sich durch die Erschütterung die Kette löste.

Der Rest des Rennens wurde dann in der Einsamkeit des verregneten Hunsrücks zu einem einzigen Kampf gegen den „inneren Schweinehund“, verlief aber ohne Positionswechsel bis auf einige gerade noch vermiedene Stürze durch ein wegrutschendes Vorderrad beinahe ereignislos und so erreichte Stefan nach 5:27 Stunden von den Strapazen sichtlich gezeichnet auf einem für den ersten Formtest auf der Langdistanz zufriedenstellenden sechsten Platz das Ziel in Emmelshausen. Auch in der Gesamtwertung zur PX-Challenge, deren erster Lauf in Emmelshausen stattfand liegt er nun mit Rang vier für die nächsten Rennen in sehr aussichtsreicher Position.

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